Erfahrungsberichte der Vorbereitungszeit
August 2009:
Zwei Wochen noch!!! Die Anspannung steigt mit jedem Tag, mit dem der Abflugtermin näher rückt. Am 26. August heißt es für mich wieder einmal Abschied nehmen von meiner Heimat. Ich fühle mich als hätte ich gerade erst das Abitur hinter mich gebracht, doch das ist nun auch schon wieder über zwei Monate her. Die Zeit vergeht einfach zu schnell, wenn ein so großes Abenteuer vor einem liegt.
Vor einer Woche erst bin ich aus Barcelona zurück gekehrt. Drei Wochen Spanisch-Intensivkurs! Eine meiner größten Befürchtungen hinsichtlich meines Freiwilligendienstes war schon immer die neue Sprache. Die Vorstellung, dass ich in Bolivien ankomme, arbeiten soll und nichts verstehen von dem was mir gesagt wird, war für mich ein Alptraum. Und mein bescheidenes Schulspanisch würde mir bestimmt keine allzu große Hilfe sein. Also ging es vor vier Wochen auf nach Barcelona. Aber ich war nicht allein, sondern zusammen mit elf anderen Freiwilligen von Amntena, die so in etwa die selben Befürchtungen hatten wie ich. Kennen gelernt hatten wir uns schon im Juli auf einem Seminar und so konnten wir in guter Gesellschaft die Sehenswürdigkeiten und das Nachtleben Barcelonas genießen. Das war in sofern zwar nicht sehr produktiv, weil wir nur Deutsch untereinander gesprochen haben, aber das war ja nicht alles was ich gemacht habe. Die Unterbringung in einer spanischen Gastfamilie hat mir wahrscheinlich am meisten gebracht. Da meine Gastmutter kein Englisch konnte musste ich mich gezwungener Maßen auf Spanisch mit ihr unterhalten. So konnte ich aber immer gleich das anwenden, was ich tagsüber in der Sprachschule gelernt hatte.
Insgesamt glaube ich, dass sich mein Spanisch merklich verbessert hat. Jetzt hab ich wenigstens schon mal eine meiner Ängste in Bezug auf Bolivien im Vornherein ausräumen können. Obwohl es wahrscheinlich trotzdem noch schwierig wird mich mit den Menschen in Südamerika zu verständigen. Aber es sind ja genau diese Herausforderungen die mich reizen mich überhaupt auf dieses Abenteuer einzulassen. Und ehrlich gesagt überwiegt auch meine Vorfreude auf dieses Erlebnis. Auch wenn ich schon etwas nervös bin, gerade jetzt beim packen. In meinem Zimmer stapeln sich schon die Dinge, die ich mitnehmen will. Mal sehn, wie ich das alles in meinem Trekkingrucksack verstauen soll … aber das wird schon!
April 2009:
Kurz vor dem Abitur und dann so viel Aufregung! Im April hatten wir Freiwillige von Amntena unser zweites Seminar im beschaulichen Tauberbischofsheim. Neben den üblichen administrativen Dingen gab es dieses Mal aber eine besondere Überraschung: ein Treffen mit den zukünftigen Chefs aus Südamerika! Extra für einen Partner-Dialog wurden 20 Verantwortliche aus den Projekten in ganz Südamerika eingeflogen.
Persönlich hatte ich ein sehr schönes Seminar. Es war ausgesprochen angenehm sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen über Vorbereitung, Ängste und Hoffnungen. Mein bolivianischer Chef ist ein eher gemütlicher und äußerst geselliger Kerl. Er spricht zwar nur ausschließlich Spanisch und ich davon nur ein paar Worte, aber wir haben uns sofort gut verstanden. Das lag wahrscheinlich zum großteil auch daran, dass meine zukünftigen Kollegen Tobias und Viktor hervorragend gedolmetscht haben.
Diese Woche hat mich in meinem Vorhaben nach Südamerika zu gehen bestätigt und bestärkt und mir doch einige meiner Ängste und Befürchtungen genommen.
Oktober 2008:
Jetzt wird es langsam ernst. Eine anfangs wagemutige Idee entwickelt sich zur Realität. Das dreitägige Vorbereitungsseminar in Würzburg leutet offiziel die Vorbereitungsphase für meinen Freiwilligendienst ein.
In dem Kloster am Dom mitten in der Innenstadt haben sich zum ersten Mal alle 40 Freiwilligen für August 2009 mit Kurt Wohnhas, dem Chef von Amntena, getroffen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Die Gruppe war sehr harmonisch und wir hatten eine gute Arbeitsatmosphäre. Kurt hat uns gleich zu Beginn auf eine solidarische Gemeinschaft eingeschworen, was wir auch gleich am Abend in einem typisch bayrischen Bierkeller mit einem schönen Weizen besieglt haben. Für mehr Kulturprogramm reichte es jedoch nicht, denn unsere Tagesabläufe waren minutiös durchgeplant. Neben kleineren organisatorischen Fragen über Versicherung und Visa war das Hauptthema aber der Aufbau eines Förderkreises. In Gruppen haben wir verschiedene Konzepte erarbeitet und diskutiert. Aber auch für etwas angenehmere Dinge hatten wir noch Zeit. Drei ehemalige Freiwillige, die gerade erst zurück gekehrt waren, haben über ihre Erlebnisse berichtet und die allgemeine Vorfreude noch mal auf ein höheres Level gebracht. Gemeinsam haben wir dann noch Fotos unserer zukünftigen Arbeitsplätze genossen.
Nun muss ich damit anfangen die erarbeiteten Konzepte in die Tat umzusetzen. Diese Internetseite ist bereits ein Teil davon, aber das Sammeln von Spenden wird mir noch viel Zeit und Kraft kosten. Zudem habe ich angefangen verstärkt Spanisch zu lernen, denn nur auf den Schulunterricht will ich mich bei meiner Vorbereitung nicht verlassen.
Trotz vieler Bedenken, die mir öfters noch in den Kopf kommen, überwiegt doch meine Vorfreude auf dieses besondere Abenteuer.
